blogg

Studienreise nach England

Friday, May 10th, 2019

Unsere Studentin Jaqueline Gratz, die Deutsch und Englisch studiert, berichtet:

Fünf Jahre Lehramtsstudium – das klingt ziemlich lange, und das ist es auch. Um diese Zeit etwas interessanter zu gestalten und um etwas Neues zu lernen, entschied ich mich, für drei Wochen nach England zu gehen. In diesen drei Wochen war ich, zusammen mit 14 anderen Lehramtsstudenten, in einer Schule in Sunderland. Die St Anthony’s Girls’ Catholic Academy ist eine reine Mädchenschule und die Schülerinnen sind zwischen elf und 18 Jahren alt. In diesen drei Wochen durften wir den Unterricht von unterschiedlichen Lehrern und Lehrerinnen verfolgen und sollten in einem kleinen Büchlein festhalten, was wir beobachten konnten. Aufbauend auf diesen Beobachtungen begannen wir mehr und mehr darüber nachzudenken, wie wir unsere zukünftigen Schülern und Schülerinnen beim Lernen unterstützen können. In Seminaren, die wir immer am Vormittag hatten, lernten wir selbst, was man in den Unterricht eingliedern könnte und auf welche Art und Weise der Lernerfolg sicher gestellt werden kann. Ich habe sehr viel in diesen drei Wochen gelernt, zu viel, um alles hier aufschreiben zu können. Eine Sache, die ich aber nennen möchte, ist die Art und Weise, wie in St Anthonys die Schülerinnen bewertet werden. Dort werden die Schülerinnen jede Stunde benotet und auf jede Arbeit, Hausaufgabe oder auch nur Übung, die die Schülerinnen machen, werden Noten erteilt. Die Lehrer verstehen das als Hilfestellungen, die den Schülerinnen zeigen, worin sie gut sind und was sie tun können,  um noch besser zu werden. Mir hat diese Art, die Schülerinnen zu unterstützen, gut gefallen. Ich finde, dass sollte auch in Schweden eingeführt werden, um Schülern hier ebenfalls die Möglichkeit zu geben, sich weiter zu entwickeln und selbst ihren Fortschritt zu sehen.

Alles in allem, hat mir das Praktikum sehr gut gefallen. Gerade weil das Lehramtsstudium so lang ist, sollten Möglichkeiten wie diese in jedem Fach angeboten werden. Besonders wichtig fände ich es allerdings für zukünftige Sprachlehrer. Selbst zwei oder drei Wochen in dem Land, in dem die Sprache gesprochen und im Unterricht benutzt wird, kann einem Studierenden dabei helfen, die eigenen Sprachkenntnisse zu verbessern und neue Erkenntnisse mit nach Hause zu nehmen.

 

 

 

Kafkas opublicerade verk: processen närmar sig slutet

Monday, May 6th, 2019

Hier mal ein Text zu einem aktuellen Thema auf Schwedisch, geschrieben von unserem ehemaligen Studenten Konstantin Löwe!

En stor samling av Franz Kafkas outgivna texter kan komma att publiceras efter att ha legat undangömda i ett bankfack i Schweiz. Dokumenten, som sägs bestå av tusentals sidor brev, dagböcker och teckningar, har varit föremål för en långvarig juridisk tvist mellan flera parter. Efter ett beslut från Zürichs tingsrätt kan bankvalvet nu öppnas och dess innehåll skickas till Israels nationalbibliotek, som anser att texterna tillhör det judiska folket. Tyska litteraturarkivet menar istället att de tyskspråkiga papperen tillhör Tyskland. (more…)

Gaga oder Dada? Poesiewerkstatt II

Friday, April 26th, 2019
  1. Wie schreibt man nun ein dadaistisches Gedicht? Eine witzige Anleitung findet man auf der Seite: Schreiberlebentipps, von Caroline:
  2. Nimm eine Schere.
  3. Nimm eine Zeitung.
  4. Sucht dir einen Artikel von der Länge aus, die du deinem Gedicht zu geben wünscht.
  5. Schneide den Artikel aus.
  6. Schneide sorgfälltig jedes Wort aus und gib es in eine Tüte.
  7.  Schüttel die Tüte.
  8. Nimm einen Schnipsel nach dem anderen heraus.
  9. Schreib die Wörter gewissenhaft in der Reihenfolge ab, in du sie aus der Tüte ziehst.
  10. Fertig ist das dadaistische Gedicht

(more…)

Und, wie läuft’s Annabell?

Friday, April 19th, 2019

Diese oder ähnliche Fragen bekomme ich, als nun nicht mehr ganz so brandneue, aber irgendwie doch noch neue Praktikantin in letzter Zeit häufig zu hören. Eine berechtigte Frage, denn mittlerweile bin ich schon seit über sechs Wochen hier in Schweden und kann allmählich ein erstes Resümee ziehen. Zum Leben in Schweden und zum Leben als Praktikantin an der lnu. Also – wie läuft’s denn so, Annabell? Meine Antwort: Super! Denn in den letzten eineinhalb Monaten ist so einiges passiert. Von zwei meiner Highlights im Rahmen meines Praktikums möchte ich darum im Folgenden berichten. (more…)

Dada och Gaga? Poesiewerkstatt I

Friday, April 5th, 2019

Im Literaturgeschichtsunterricht haben wir uns mit der Epoche des Dadaismus beschäftigt.  Der Dadaismus, auch kurz Dada genannt, war eine künstlerische und literarische Bewegung, die Anfang des 20. Jahrhunderts gegründet wurde, genauer gesagt 1916 in Zürich im Café Voltaire. Das Café/Kulturzentrum gibt es noch immer, ein Besuch lohnt sich!  Berühmte Vertreter des Dadaismus sind Hugo Ball, Emmy Hennings, Hans Arp. Die Dadaisten wandten sich gegen etablierte Kunstformen und parodierten diese. Von den Dadaisten gingen viele Impulse aus, auch für die Kunst der Moderne und ihre Einflüsse sind bis heute zu spüren. (more…)

Berlin, Berlin, du bist so wunderbar

Friday, March 22nd, 2019
Quelle: Photo by polaroidville on Unsplash

Jag vill gärna läsa i Berlin med också har tid för att upptäcka staden. Hur lång ärt egentligen en föreläsning?

En föreläsning eller ett seminarium brukar ta 90 minuter. Det kan jag väl tänka mig att du vill upptäcka staden. Det måste man ju göra. För heltidsstudier (och 30 hp är heltidsstudier) brukar man räkna 40 arbetstimmar, precis som för ett vanligt jobb. Våra Berlinstudenter har mellan 1-2 föreläsningar/seminarier varje dag. Resten av tiden ägnas åt självstudier, så det blir också en hel del självstudier. Tanken är att man ska träffa klassen varje dag för att hitta arbetsgrupper och känna gemenskap. Samtidigt får man också tid och flexibilitet att kunna planera sitt lärande. Alla studenter är ju olika – vissa kan läsa snabbt och de klarar av att göra sina uppgifter snabbare, andra behöver mer tid. Det kan också vara olika för varje ämne du kommer att läsa – du kanske tycker om grammatik och då går det fortare, medan du har svårt för litteratur och då behöver du längre tid. Jag kan nog säga så här att alla våra studenter har också haft tid att upptäcka staden, vissa har t.o.m. hunnit jobba några timmar i veckan. Viktigt är nog att du hittar en bra ambitionsnivå – åker du bara till Berlin för att upptäcka staden, kan du göra det billigare på en semesterresa. Vill du verkligen läsa tyska, upplever staden och känner hur det är att bo i Tyskland, så finns det nog ingen bättre chans än vår kurs.

Ich bekomme zu Zeit viele Fragen zu unseren Kursen, die vielleicht auch interessant für dich sind. Hier antworte ich auf Schwedisch:

Vem läser kursen Tyska i Berlin och tyska för Nybörjare i Berlin?

Du kommer att möta svenska klasskamrater från hela Sverige. I skolans miljö kommer du också att träffa många andra studenter från andra länder. Skolans miljö är internationellt. Det finns också bra med caféer och restauranger i närheten där man lätt kan komma i kontakt med andra tyskar. Eller varför inte hitta ett boende i en Wg (Wohngemeinschaft, dvs. ett kollektiv, där alla har var sitt rum, men man delar på köket, kanske också badrum och vardagsrum)? Det är en mycket vanlig boendeform bland studenter.

Hast du andere Fragen? Melde dich bei mir, entweder über den Besserwisser och meine Mail. Herzliche Grüsse und wir sehen uns vielleicht in Berlin? Corina Löwe

Der Sprachbedarf schwedischer Exportunternehmen

Friday, March 15th, 2019

Martha Lösches Aufsatz finden Sie hier

In meinem Aufsatz habe ich mich mit dem Sprachbedarf schwedischer Exportunternehmen beschäftigt. Ich habe untersucht, welche Sprachkompetenzen schwedische Unternehmen benötigen, um auf dem internationalen Markt konkurrieren zu können. Da Deutschland der größte Handelspartner Schwedens ist, stand die deutsche Sprache in diesem Aufsatz im Fokus. Der Fremdsprachenunterricht wie auch die Sprachkompetenzen der Exportunternehmen wurden auch im Vergleich zu Dänemark untersucht.

Die Fragestellungen dieser Studie waren: Welche sprachlichen Kompetenzen benötigen schwedische Exportunternehmen und in welchen Situationen werden sie verwendet? Inwiefern unterscheidet sich das dänische Schulsystem in Bezug auf den Fremdsprachenunterricht? Wie unterscheidet sich Schweden von Dänemark, wenn es um die Sprachkompetenzen der Exportunternehmen geht?  

Um die Fragestellungen beantworten zu können, wurden 8 Umfragen und 4 Interviews in südschwedischen Exportunternehmen durchgeführt.

Die Ergebnisse der vorliegenden Studie zeigen, dass schwedische Exportunternehmen weit weniger Sprachkompetenzen als ihr dänisches Nachbarland besitzen. Der größte Unterschied zwischen den beiden Ländern lag in der deutschen Sprache. Dänische Exportunternehmen verfügen über weit mehr Deutschkompetenzen, genauer gesagt 80% im Vergleich zu Schweden, wo in nur 25% der Unternehmen solche Kompetenzen vorhanden waren. Aufgrund von fehlenden Sprachkenntnissen verlieren schwedische Unternehmen auch weit mehr Geschäfte. Um mit Deutschland Geschäfte zu machen, brauchen schwedische Unternehmen weiterhin gute Deutschkenntnisse. Das ist ein interessanter Aspekt, da doch so wenig schwedische SchülerInnen die deutsche Sprache lernen.
Dies war auch der Grund, warum ich mich für dieses Thema interessiert habe, da ich untersuchen wollte, wie wichtig die deutsche Sprache für den Handel zwischen den Ländern wirklich ist.
Während des Schreibens habe ich viel gelernt, vor allem über das Thema und wie wichtig die deutsche Sprache ist, aber auch wie ein akademischer Text geschrieben wird und wie man sich am besten seine Zeit einteilt.
Weitere Forschungsfragen, die sich aus meinem Aufsatz ergeben haben sind u.a.:

  • Warum wird die deutsche Sprache nicht von den Schülern bevorzugt?
  • Welche Rolle spielt die schwedische Schulpolitik?




Was macht eigentlich ein Lektor?

Friday, March 8th, 2019

Die meisten haben wahrscheinlich eine Vorstellung davon, welche Arbeitsaufgaben einen Studierenden an einer Hochschule erwarten. Aber wie füllt ein Lektor eigentlich seine Arbeitstage?

Gerade sitze ich, Corina Löwe, vor dem Computer, um diesen Blogbeitrag zu schreiben. Zu meinen Aufgaben gehört also, über das Fach Deutsch zu informieren. Ein anderes Beispiel für Öffentlichkeitsarbeit ist das von meiner Kollegin Christina Rosén betreute Sprachcafé im Kino Palladium, bei dem Sprachinteressierte aus Växjö und Umgebung Gleichgesinnte treffen können und sich bei Kaffee und Kuchen über alles Mögliche unterhalten können. Diese Zusammenarbeit mit Schulen, Vertretern der Kommune und der Wirtschaft gehört zu den wichtigen Bausteinen unserer Arbeit. Nächste Woche werde ich in Kalmar vor Gymnasialschülern sprechen und das Fremdspracheninstitut mit seinen vielen Möglichkeiten, Sprachen zu lernen, vorstellen.

Täglich treffen wir in unserem Arbeitsalltag Studierende im Unterricht, zu persönlichen Gesprächen, in der Zusammenarbeit in Projekten oder als Ratgeber, die bei kleinen und großen Problemen zur Seite stehen. Im Fach arbeiten 6 Lehrerinnen und Lehrer, die alle Spezialisten auf bestimmten Fachgebieten sind, z.B. Sprachwissenschaftler, Didaktiker, Politikwissenschaftler und Literaturwissenschaftler. Jeder Lehrer unterrichtet hauptsächlich in seinem Spezialgebiet. Meins ist Literaturwissenschaft und da insbesondere Kinder- und Jugendliteratur.

Neben dem Unterrichten, das mir sehr viel Freude bereitet, ist die Entwicklung neuer und die Verbesserung bestehender Kurse ein wichtiger Aufgabenbereich. Zur Zeit arbeite ich gemeinsam mit meiner Kollegin Judith und unserer Praktikantin Annabell an einem neuen Anfängerkurs, den die Studierenden online absolvieren können. Wir planen auch den zweiten Teil unseres Tyska 2 Kurses als Onlinevariante.

Forschung ist die dritte Säule im Arbeitsplan eines Lektors. Auch hier beschäftige ich mich mit verschiedenen Themen. Im Rahmen eines Erasmusprojektes arbeite ich mit meinem Kollege Alastair Creelman von der Linné-Universität und unseren Partnern aus europäischen Hochschulen an der Frage, wie wir MOOCs (Massive Open Online Courses) für die Integration und Bildung von Geflüchteten einsetzen, sie aber auch, und das ist die zweite Schiene in unserem MOONLITE-Projekt, für den akademischen Unterricht  nutzbar machen können.

In zwei Wochen werde ich auf zwei Konferenzen meine Forschung zur Darstellung des Anthropozäns in Medien für Kinder und Jugendlichen vorstellen. Mein besonderer Fokus wird auf gesunder Ernährung und klimasmartem Essen liegen. Ich habe gelesen, dass man in Deutschland dafür den Ausdruck Klimatarier benutzt. Ich interessiere mich dafür, wie Filme, Bücher, Radioprogramme usw. die junge Generation an das Thema heranführen und das ohne Angst zu schüren.

Auf der zweiten Konferenz, die ich gemeinsam mit meinen Kollegen vom Sprachlehrerverband organisiere, wird mein Thema 30 Jahre Mauerfall sein und wie man dieses Thema in den Sprachunterricht integrieren kann.

Viel zu tun, aber auch ganz schön abwechslungsreich, oder :)?

Rechtspopulistische Parteien auf dem Vormarsch?

Saturday, March 2nd, 2019

Dennis Busch hat einen Kandidataufsatz (eine Bachelorarbeit) über ein sehr aktuelles politisches Thema verfasst: 

Die Schweizerische Volkspartei (SVP) und die Schwedendemokraten (SD): Ein Vergleich der Entstehungsgeschichte, Programmatik und politischen Praxis rechtspopulistischer Parteien

Ich habe über Politik geschrieben, weil ich mich sehr dafür interessiere. Genauer habe ich entscheiden, über Rechtspopulismus zu schreiben und zwei Parteien ausgewählt, die für mich auch eine persönliche Bedeutung haben, Schwedendemokraten, weil ich Schwede bin und die Schweizerische Volkspartei, weil ich in der Schweiz ein paar Jahren gewohnt habe. Für mich ging es darum, ein grösseres Verständnis über Populismus und Rechtspopulismus und die beiden Parteien zu erlangen. Viele meiner Freunde in Schweden haben nämlich Schwedendemokraten in den Wahlen 2018 gewählt. Um die wachsende Popularität der Partei besser verstehen zu können, habe ich mir mein Thema schon im Sommer 2018 überlegt.

Ein sehr guter Vorschlag für Personen, die ihren Aufsatz schreiben wollen, ist, schon bevor das Semester beginnt, eine Idee zu haben, eine Vorstellung davon, worüber sie schreiben wollen.

Meine Fragestellung war hauptsächlich, wie sehr die beiden Parteien sich nach rechts auf der politischen Skala abgrenzen, das heisst, wie sie sich vom Rechtsextremismus fern halten oder ob sie Beziehungen zu rechtsextremistischen Kreisen haben oder hatten.

Was für mich auch wichtig war, ist die heutige Programmatik die beiden Parteien zu untersuchen. Dafür habe ich drei spezifische Politikbereiche ausgesucht, die am besten zum gewählten Thema passen und die von den Parteien häufig in der Öffentlichkeit angesprochen werden: Migrationspolitik, Kulturpolitik und Kriminalpolitik. Der größte Unterschied ist, dass die Schwedendemokraten eine viel jüngere Partei als die schweizerische Volkspartei sind. Ein anderer großer Unterschied ist, dass die Schwedendemokraten aus rechtsextremen Vereinigungen hervorgingen und die Vorläufer der schweizerische Volkspartei zwei Parteien aus dem Spektrum der politischen Mitte.

In dem Aufsatz werden auch die zwei wichtigsten Personen der jeweiligen Parteien charakterisiert, Jimmie Åkesson von der Schwedendemokraten und Christoph Blocher von der schweizerischen Volkspartei.

Zum Schluss muss ich sagen, dass das gewählte Aufsatzthema sehr interessant war, es ist einem sehr aktuelles Thema, denn das Phänomen rechtspopulistischer Parteien gibt es auch in vielen anderen Länder, das bedeutet, dass es nicht nur für Schweden und die Schweiz ein aktuelles Thema ist.

Was ist eigentlich das Unwort des Jahres 2018?

Friday, February 22nd, 2019

Im Gegensatz zum Wort des Jahres, welches von der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) gewählt wird, trifft sich eine Jury bestehend aus Sprachwissenschaftlern einmal im Jahr, um das Unwort des Jahres zu küren. Das Gute ist, jeder kann mitmachen – denn bis Ende Dezember haben alle Bürger die Möglichkeit, Unwort-Vorschläge einzureichen. Allerdings erfüllt nicht jedes beliebige Wort die Kriterien, um als Unwort bezeichnet werden zu können. Denn Unwörter sind sprachliche Ausdrücke, die „von Sprechern entweder gedankenlos oder mit kritikwürdigen Intentionen verwendet werden, und dies im öffentlichen Kontext[1]“. Bei der Auswahl zum Unwort des Jahres liegt der Fokus also auf Wörtern, die „gegen sachliche Angemessenheit oder Humanität verstoßen[2]“.

Mit dem Projekt soll auf kritische Äußerungen in der Gesellschaft aufmerksam gemacht werden, vor allem, wenn diese im öffentlichen Raum geschehen. Ebenso kann auch das sprachliche Handeln im Allgemeinen hinterfragt werden – denn viel zu oft werden in unserer immer globaler und digitaler werdenden Welt Sachen gesagt (oder geschrieben), über die vorher zu wenig nachgedacht wurde. Das Projekt soll also zu mehr Spachbewusstheit anregen und einen sensibleren Umgang mit Sprache bewirken.

So viel zum Hintergrund – aber was ist denn nun das Unwort des Jahres 2018?

Beim letzten Auswahlprozess für das Unwort des Jahrs 2018 landete „Anti-Abschiebe-Industrie“ auf Platz 1. Eine Wortzusammensetzung, die der CSU-Politiker Alexander Dobrindt verwendete und damit heiße Debatten auslöste. Er kritisierte damit unter anderem Flüchtlingshelfer, die Abschiebungen von Geflüchteten zu verhindern versuchten. Mit diesem Unwort, so Jurorin Nina Janich, Professorin an der TH Darmstadt, werde „denjenigen, die abgelehnte Asylbewerber rechtlich unterstützen und Abschiebungen auf dem Rechtsweg prüfen, die Absicht [unterstellt], auch kriminell gewordene Flüchtlinge schützen und damit in großem Maßstab Geld verdienen zu wollen“. Ebenso kritisch wird die Verwendung des Nomens „Industrie“ angeführt – denn dies beinhalte schlichtweg schon den Aspekt der Produktion und Massenabfertigung, mit welchem Geflüchtete häufig behandelt werden.

Frühere Unwörter:

2017: Alternative Fakten

2016: Volksverräter

2015: Gutmensch

2014: Lügenpresse

2013: Sozialtourismus

2012: Opfer-Abo

2011: Döner-Morde

2010: Alternativlos

[1] http://www.unwortdesjahres.net/index.php?id=1

[2] http://www.unwortdesjahres.net/index.php?id=102