Wie überwindet man seine Fremdsprachenverwendungsangst

09:05 by besserwisser

Josef Rudbergs Bacheloraufsatz trägt den Titel:

„Sprecht Deutsch, bitte!“ Die Fremdsprachenverwendung unter schwedischen SchülerInnen in Bezug auf ihre Fremdsprachenverwendungsangst und Fremdsprachenverwendungsfertigkeiten

Als ich eine Schule in Südschweden besuchte, sah ich, dass die SchülerInnen gar kein Deutsch benutzten, auch wenn die Lehrerin nur auf Deutsch sprach. Zuerst dachte ich: Vielleicht sprechen sie kein Deutsch, weil sie sich zu unsicher sind. Zu meiner Überraschung aber sah ich, dass dieser Trend auch im Englischunterricht auftauchte. Im Schweden können die meisten fließend Englisch sprechen, in dieser Klasse aber sprach niemand Englisch. Die beobachtete Diskrepanz zwischen den eigentlichen Fertigkeiten der Schüler und Schülerinnen und der fehlenden Anwendung der Sprachkenntnisse brachte mich zu dem Schluss, dass die Fertigkeit der SchülerInnen nicht entscheidend sein muss.

Das Thema meines Aufsatzes ist also, warum die SchülerInnen die Fremdsprache nicht verwenden. Aus diesem Grund habe ich eine Umfrage benutzt, die nach der Fremdsprachenverwendungsangst, den Fremdsprachenverwendungsfertigkeiten und der tatsächlichen Fremdsprachenverwendung unter SchülerInnen im Südschweden fragt. Zu diesem Zweck hatte ich vier Forschungsfragen:

1a)     Wie hoch ist die selbst eingeschätzte Fremdsprachenverwendungsangst (FSVA) der SchülerInnen?

1b)    Wie hoch ist ihre selbst eingeschätzte Fremdsprachenverwendung (FSV)?

1c)     Wie hoch ist ihre selbst eingeschätzte Fremdsprachenverwendungsfertigkeiten (FSVF)?

2)      Wie korrelieren diese Faktoren?

Die Ergebnisse dieser Studie sind, dass die SchülerInnen ihre Angst  relativ hoch bewerten und ihre Fertigkeiten dagegen niedrig. Außerdem gibt es keine großen Unterschiede, wie oft sie die Fremdsprache verwenden; die Fremdsprachenverwendung ist im Allgemein gering. Ein weiteres Ergebnis ist, dass je mehr die SchülerInnen die Fremdsprache verwenden, desto höher werden ihre Fremdsprachenverwendungsfertigkeiten und desto niedriger wird ihre Fremdsprachenverwendungsangst. Also muss der Lehrer den Willen der SchülerInnen zum Sprechen fördern.

Nun, was habe ich gelernt beim Aufsatzschreiben? Hauptsächlich, wie man sich auf Deutsch wissenschaftlich ausdrückt. Glücklicherweise hatte ich eine Menge von Texten, die mir gewisse akademisch korrekten Phrasen und Wörtern aufgezeigt haben. Darüber hinaus habe ich auch gelernt, wie man eine Umfrage durchführt und eine Statistik aufbaut, um die Daten zu verdeutlichen.

Ich habe mit meiner Studie auch gezeigt, dass es nicht reicht, Fertigkeiten zu haben und fähig zu sein: Man muss auch den Willen zum Sprechen haben. Deswegen wäre es das Ziel zukünftiger Forschungen, Methoden zu finden, die diesen Willen fördern.

Hier kommt ein Link zum Aufsatz!

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