Was macht eigentlich ein Lektor?

March 8th, 2019 by besserwisser

Die meisten haben wahrscheinlich eine Vorstellung davon, welche Arbeitsaufgaben einen Studierenden an einer Hochschule erwarten. Aber wie füllt ein Lektor eigentlich seine Arbeitstage?

Gerade sitze ich, Corina Löwe, vor dem Computer, um diesen Blogbeitrag zu schreiben. Zu meinen Aufgaben gehört also, über das Fach Deutsch zu informieren. Ein anderes Beispiel für Öffentlichkeitsarbeit ist das von meiner Kollegin Christina Rosén betreute Sprachcafé im Kino Palladium, bei dem Sprachinteressierte aus Växjö und Umgebung Gleichgesinnte treffen können und sich bei Kaffee und Kuchen über alles Mögliche unterhalten können. Diese Zusammenarbeit mit Schulen, Vertretern der Kommune und der Wirtschaft gehört zu den wichtigen Bausteinen unserer Arbeit. Nächste Woche werde ich in Kalmar vor Gymnasialschülern sprechen und das Fremdspracheninstitut mit seinen vielen Möglichkeiten, Sprachen zu lernen, vorstellen.

Täglich treffen wir in unserem Arbeitsalltag Studierende im Unterricht, zu persönlichen Gesprächen, in der Zusammenarbeit in Projekten oder als Ratgeber, die bei kleinen und großen Problemen zur Seite stehen. Im Fach arbeiten 6 Lehrerinnen und Lehrer, die alle Spezialisten auf bestimmten Fachgebieten sind, z.B. Sprachwissenschaftler, Didaktiker, Politikwissenschaftler und Literaturwissenschaftler. Jeder Lehrer unterrichtet hauptsächlich in seinem Spezialgebiet. Meins ist Literaturwissenschaft und da insbesondere Kinder- und Jugendliteratur.

Neben dem Unterrichten, das mir sehr viel Freude bereitet, ist die Entwicklung neuer und die Verbesserung bestehender Kurse ein wichtiger Aufgabenbereich. Zur Zeit arbeite ich gemeinsam mit meiner Kollegin Judith und unserer Praktikantin Annabell an einem neuen Anfängerkurs, den die Studierenden online absolvieren können. Wir planen auch den zweiten Teil unseres Tyska 2 Kurses als Onlinevariante.

Forschung ist die dritte Säule im Arbeitsplan eines Lektors. Auch hier beschäftige ich mich mit verschiedenen Themen. Im Rahmen eines Erasmusprojektes arbeite ich mit meinem Kollege Alastair Creelman von der Linné-Universität und unseren Partnern aus europäischen Hochschulen an der Frage, wie wir MOOCs (Massive Open Online Courses) für die Integration und Bildung von Geflüchteten einsetzen, sie aber auch, und das ist die zweite Schiene in unserem MOONLITE-Projekt, für den akademischen Unterricht  nutzbar machen können.

In zwei Wochen werde ich auf zwei Konferenzen meine Forschung zur Darstellung des Anthropozäns in Medien für Kinder und Jugendlichen vorstellen. Mein besonderer Fokus wird auf gesunder Ernährung und klimasmartem Essen liegen. Ich habe gelesen, dass man in Deutschland dafür den Ausdruck Klimatarier benutzt. Ich interessiere mich dafür, wie Filme, Bücher, Radioprogramme usw. die junge Generation an das Thema heranführen und das ohne Angst zu schüren.

Auf der zweiten Konferenz, die ich gemeinsam mit meinen Kollegen vom Sprachlehrerverband organisiere, wird mein Thema 30 Jahre Mauerfall sein und wie man dieses Thema in den Sprachunterricht integrieren kann.

Viel zu tun, aber auch ganz schön abwechslungsreich, oder :)?

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