Ein Sommerjob als Touristenführer (Guide)

11:42 by besserwisser

Ylva, 2TY01E berichtet:

Als ich, nach vier Monaten in Köln, nach Schweden zurückkam, suchte ich intensiv nach einer Beschäftigung. Das Problem war, dass ich schon im Herbst weiter studieren und bis dahin mein Deutsch pflegen wollte. Ich suchte also nach einem Job, der mich über den Sommer beschäftigen konnte und wo ich Deutsch sprechen durfte.

In meiner Heimatstadt gibt es nicht viel, besonders nichts, was mit Deutsch zu tun hat. Also kannst du dir vorstellen, wie glücklich ich war, als ich eine Anzeige fand, in der sie einen deutsch sprechenden Guide suchte. Es stand praktisch meinen Name drunter!
Nach ein Paar E-Mails durfte ich hinfahren. Es dauert eine Weile, da es auf eine Insel liegt. Nach 40 Minuten verließ ich mein Auto und stand vor dem Restaurant bei der Festung Hemsö.
Die Festung ist eine Touristenattraktion in Härnösand. Was man dort sehen kann, ist eine alte Festung, die 40 Meter unter Erde liegt und wo früher 260 Soldaten jährlich heimlich ihre Wehrpflicht ableisteten. Und was am  coolsten ist, ist, dass alles bleibt, wie es aussah als man die Festung 1989 verlassen hat.

 

Nach einem Gespräch mit dem Chef, durfte ich mit einem der anderen Touristenführer den Berg besuchen. Ich fand es so interessant und konnte es kaum erwarten,  bis ich alles darüber lernen dürfte.
Nach eine Woche intensiver Ausbildung konnte ich auch Führungen machen, Fragen beantworten und Gruppen von 20 Leuten 1 Stunde lang bezaubern mit der Geschichte des Bergs.
Aber was absolut am besten war, war, dass manchmal kamen Leuten hin, die weder Schwedisch oder Englisch sprachen, sondern nur Deutsch. Ich war damals der einzige Guide, der Deutsch sprach, und das hieß, dass ich um sie kümmern musste.

Die deutschen Touristen waren immer mehr als dankbar, wenn ich mit ihnen Deutsch sprach. Dann mussten die Eltern nicht alles aus dem Englischen ins Deutsche für ihre Kinder übersetzten und sie konnte auch alles verstehen und Fragen stellen. Das erste Mal, als ich Trinkgeld bekam, war ich sehr überrascht, aber musste mich gleich daran gewöhnen, denn so dankbar waren die Deutschen und ich bekam noch öfter Trinkgeld.
Und es freute mich immer so, wenn ich ihnen helfen konnte. Nicht nur bei der Führung, sondern auch danach, wenn sie etwas essen wollten, oder Fragen hatten, was sie noch in der Stadt machen könnten. Und um das auf Deutsch zu können, machte mich sehr stolz.
Und die Touristen werden nie vergessen, dass sie in so einer kleinen Stadt wie Härnösand, eine Führung in einer Festung auf Deutsch bekommen konnten.

 

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