Ungewöhnliche Wörter in der deutschen Sprache

09:34 by besserwisser

Manchmal stößt man beim Sprachenlernen auf Wörter, über die man sich wundert. Hopppla, nun hat mir doch der Druckfehlerteufel einen üblen Streich gespielt, als hier ein drittes P im Wort “Hoppla” stehen geblieben ist.

Der Druckfehlerteufel ist eine imaginäre Gestalt, die für Fehler in gedruckten Werken verantwortlich gemacht wird. Das Wort wird nach Auskunft des DWDS, Digitales Wörterbuch der Deutschen Sprache, heute eher selten benutzt. Untersucht man die Herkunft des Wortes ein wenig genauer, dann ist es nachweislich im 18. Jahrhundert sehr gebräuchlich. Damals wurden im Druckprozess noch manuell die Buchstaben gesetzt und die Drucker brauchten wohl einen Sündenbock, wenn etwas schief ging. Das Wort bezeichnet “ein beim abdruck stehen gebliebener fehler des setzers, erratum typographicum” (nach Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, DWDS Druckfehler). In der Berufssprache der Drucker gibt es noch eine ganze Reihe ungewöhnlicher Wörter, die darauf hinweisen, dass es ein sehr altes Handwerk ist. Wussten Sie z.B. was ein Hurenkind ist? Das Wort, auch Hurensohn, Hundesohn oder heutzutage meist Witwe genannt, bezeichnet den Fehler, wenn die letzte Zeile eines Absatzes auf einer Seite anfängt

und erst auf der nächsten Seite beendet wird. Ungefähr so wie ich das hier angedeutet habe.  Das Wort taucht erstmals Ende des 19. Jahrhunderts auf, in der Zeit der Industrialisierung, die auch vor dem Druckereigewerbe nicht haltmachte. Der Maschinenschriftsatz wurde eingeführt, immer mehr Drucksachen produziert und eine neue proletarisierte Fachsprache geschaffen. Die Bezeichnung Hurenkind (Kind einer Prostituierten) deutet  darauf hin, dass es damals oft Männer waren, die in diesem Beruf arbeiteten und unverheiratete Mütter einen schweren Stand in der Gesellschaft hatten.

 

Welche ungewöhnlichen Wörter sind Ihnen begegnet?

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