Kreatives Schreiben- ,,Gilgi, eine von uns”: Wie geht es weiter? 2.0

20:41 by besserwisser

Eine weitere kreative Weitererzählung des Romans ,,Gilgi, eine von uns”, die wir euch nicht vorenthalten wollen. Viel Spaß!

Frau Gisela gibt dem schlafenden Martinchen einen Kuss und sagt dem Kindermädchen, dass sie wieder zu der üblichen Zeit kommen wird. An der Treppe fegt Frau Becker, die Nachbarin, den Boden. So sicher wie die Sonne morgens aufgeht erfüllt sie ihre Morgenpflicht gehorsam jeden Tag. Ohne Ordnung, wird die Welt untergehen, meint die ehrenwerte Frau Becker. Dieser berlinerische Chanticleer erhebt den Kopf und gibt Gisela ein strahlendes Lächeln: “Guten Morgen, Fräulein Bruck!”. Gisela grüßt sie auch und geht weiter. Sie hat keine Lust und Zeit für diese Spiele. Frauen wie die Becker freut sich über die kleine Welt, die Hitler sie haben lässt. Die Welt der Frau ist der Mann! Es ist die Zeit der neuen Heldinnen für die Frauen. Gertrud Scholz-Klink hat Greta Garbo aus so viele Herze und Geiste verjagt.

Es wird Radio aus eine Wohnung gehört. Ist dein kleines Herz für mich noch frei, Baby? Vor einem Jahr hat sie und Martin geheiratet. Sie liebte ihn noch, aber sie würde nichts von ihm für sich selbst verlangen. Sie war nur für ihrer Sonn besorgt. Oder hat’s gerade Platz… Es tat so Weh. Martin bat sie dieses hässliches Land mit ihm zu verlassen. Sie könnte doch es nie tun. Sie liebte dieses traurig Land und alles hier war ihr vertraut. Auch wenn das Kind furchtbar hässliche krumme Beine hat und dazu wahnsinnig wird, würde eine Mutter es noch nie verlassen. Martin akzeptierte Gilgis Bedingungen mit schwerem Herzen und Erleichterung. Ich kann dir nicht sehr viel als Liebe geben.. Ja, die beide von ihnen wussten dass ein Mösch und eine Nachtigall gehört nicht zusammen.

Über Opernplatz hängen die dicken schmutzigen Wolken. Giselas Blick fällt auf die Platz. Hier wurde Bücher vor drei Jahre gebrannt. Und sie denkt an Pit. Sie hat nichts von ihm seit ein Paar Monaten gehört. Konnte er schließlich nie mehr tatenlos zusehen, was die Nazis machte? Früher oder später würde sein Bitterkeit und Haß entzünden. Sein Flamme, die wollte nur die Ungerechtigkeit verbrennen, würde so blendend stark. Aber ist sein Leben jetzt grausam erloschen? Die Schale des Palais Blücher ist vorbei, der geschwärzte stumme Protest Dodds. Der Botschafter sieht immer mehr verzweifelt aus, weil er nichts mehr als Hitler ein bisschen irritieren kann. “Look, we don’t really care about this, we care about Germany’s debt”, hieß es.

Sie geht die kleinen gemütlichen Cafés vorbei. Die unzählige Geschäfte locken die Vorbeigehenden, ein Straßenbahn trägt die Menschen nach Arbeiten. Mutter wird diese Statt mögen. Obwohl Frau Kron fühlte sich tief verletzt und verraten, verzieh sie schließlich die verlorene Tochter. Vielleicht wohnt das Kind nicht mit ihrem Mann, aber sie ist auf jeden Fall geheiratet. Der Mißstand wurde behoben und die barmherzige Frau Kron freut sich darauf, ihr Enkelkind mit den Spielzeugen und Bonbons zu überraschen. Herr Kron hat andererseits kein Sinneswandel, denn sein Wort Gesetz ist, das nicht einmal er brechen kann. Anscheinend widerwillig gab er seine Frau das Geld und angewies ihr feierlich das Kleine nicht zu verwöhnen. Dann aber war er fröhlich und gutes Muts.

Es ist ein grau Tag am Ende Augusti und die Stadt ist wieder ruhig nach dem olympischen Hochbetrieb. Mrs.Gisela hatte viel Arbeit bei dem Botschaft der Vereinigten Staaten vor die Olympische Spiele in Berlin. Es war sehr hektisch, aber die Amerikaner zahlten gut. Und nun steigt sie im Botschaft am Bendlerstraße. Tick-tick-tick – rrrrrrr – Mrs. Gisela verliert sich in der süßen Melodi der Maschine. Ihre Arbeit ist schnell, sauber und fehlerfrei wie immer. Es ist Mittagspause. “Listen, there’s a new song on the radio!” – sagt die kleine lebendige Sarah. “Every time it rains, it rains pennies from heaven..” Gisela isst ihr Butterbrot und redet nicht viel. Sie hat nur Augen für den Wolkenbruch aus dem Fenster. Olga half sie diese Arbeit bekommen, aber sie ist auch nicht mehr da. Sie tauschte ihre Pennys gegen “a package of sunshine and flowers”. Aber wer hat Recht sie zu beschuldigen? Deutsches Reich ist kein Platz für ein Marzipanmädchen. Die Zeit ist noch nicht weiterzuarbeiten, aber Gisela ist rastlos. Sie stürzt sich in die Arbeit und sie gibt ihr Trost, weil sie Sinn hat. “There’ll be pennies from heaven for you and me..” wird im Radio gesungen. Dann erfüllen nur die Klicks der Schreibmaschine die Luft. Zu Hause wartet Martinchen auf sie.

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