In der Kürze liegt die Würze – oder von der Schwierigkeit des Schaffensprozesses

October 5th, 2018 by besserwisser

Unsere Studentin Ute Nickel berichtet über ihren Schaffensprozess:

Kandidataufsatz- upps, verschiedene Gefühle und Gedanken gehen einem durch den Kopf. Welches Thema soll gewählt werden, reicht die Zeit, wie soll die Gesamtarbeit eine Struktur erhalten? Sinnvoll ist, sich Notizen zu den eventuellen Themen in Form von Interessen und Gedanken, Kritiken und auch Fragestellungen zu machen. Wichtig ist, frühzeitig Material zu sichten und den Leseprozess zu starten. Ist das Thema gefunden und vom Betreuer genehmigt, kommt der nächste Schritt: wer die Wahl hat, hat die Qual, im Sinne von nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig schreiben, was für mich die Schwierigkeit an sich darstellte.

Der sogenannte rote Faden spielt nun die größte Rolle im gesamten Schaffungsprozess, denn es passiert leicht, dass sich dieser Faden verheddert, und auf einmal hat man mehrere Fäden in der Hand. Für mich lag das Schreibproblem in verschiedenen Bereichen. Zum einen wollte ich meinen Schreibstil dem Stil des Buches anpassen, und zum anderen war es meine Grundidee zu untersuchen, ob die Slang-Sprache „Kanak Sprak“ der 1990er Jahre, noch heute von deutschsprachigen jungen Männern in Schweden angewendet wird, um in einer späteren Arbeit einen Vergleich zwischen schwedischer Slang Sprache und ausländischer Slang-Sprache in Schulen ziehen zu können. Da mein Aufsatz aber ein literaturwissenschaftlicher ist, war meine Grundidee nur schwer umzusetzen, da die „Personen“ in Feridun Zaimoglus Buch Kanak Sprak 24 Misstöne vom Rande der Gesellschaft nur fiktive Personen sind.

Also wählte ich stattdessen, verschiedene Formen der Identität der Figuren im Buch zu untersuchen. Dazu habe ich den Aufsatz in verschiedene Kategorien eingeteilt. Das Ergebnis des Aufsatzes ist, dass alle Figuren von verschiedenen stereotypen Männlichkeitsidealen geprägt sind. Diese werden durch das Einverleiben sozialer Gruppennormen geformt. Der Abstand zu anderen Gruppen und die Beherrschung der „Kanak Sprak“ schafft eine Distanz zwischen Gruppen, die auch wieder identitätsschaffend sein kann. Wichtig ist, dagegen (wogegen auch immer) zu sein, um ein Gefühl einer eigenständigen und selbstbewussten Identität zu erhalten. Identitäten hängen von der jeweiligen sozio-kulturellen Einstellung der Majoritätsgruppe ab. Deren Werte sind immer Prozessen unterworfen, und das Gute daran ist, dass sie stets wandelbar sind.

Und hier ist der gesamte Aufsatz zu lesen! 

Comments are closed.