June Tomiak – die jüngste Abgeordnete im Berliner Abgeordnetenhaus bei uns zu Gast

November 17th, 2017 by besserwisser

Als June Tomiak als 19-jährige Abgeordnete in das Berliner Abgeordnetenhaus gewählt wurde, glaubten die meisten ihren Kollegen und Kolleginnen, sie sei eine Praktikantin.
Als sie uns hier am 04. Oktober 2017 in Växjö an der Linné Universität besucht, erzählt sie von dieser Erfahrung und wie sie zur Politik gekommen ist.


Es fing in der Schule an, wo sie als Schulsprecherin ihrer Schule und danach weiter als Landessprecherin für das ganze Bundesland Berlin wirkte. Nachdem sie mit ihrem Abitur fertig war, wusste sie nicht genau, was sie studieren wollte. Aber sie wollte noch mit ihrem Interesse für Politik weitermachen und suchte deswegen nach Parteien, die mit ihren politischen Ideen weitgehend übereinstimmten.

Wichtige Themen sind für sie:

  • eine progressive Politik; June bezeichnet sich als einen progressiven Menschen.
  • Soziale Gerechtigkeit
  • Umweltschutz
  • Feminismus
  • Junge Leute

Sie hat sich verschiedene Parteien angeschaut, aber entschied sich dafür, bei den Grünen zu bleiben, wo sie schon Mitglied in deren Jugendorganisation war.

Bevor sie ins Parlament gewählt wurde, wusste sie eigentlich nicht, was von ihr erwartet wurde. Weil sie eine gute Arbeit machen wollte, hat sie ein paar Wochen bevor ihre Mandatszeit im Parlament als Praktikantin gearbeitet, um zu lernen. Es war wie eine Berufsvorbereitung, bei der sie herausfand, wie alles funktioniert.
Als Parlamentarierin arbeitet June in verschiedenen Ausschüssen mit und wurde zunächst von manchen Kollegen und Kolleginnen skeptisch begrüsst: Warum saß sie mit am großen Tisch und nicht bei den Besuchern? Einige meinten, sie könne wegen ihres Alters keine gute Arbeit machen. Aber mit der Zeit wurde sie akzeptiert und die “Älteren” haben sie sogar um Hilfe gebeten, z.B. wenn es um Elektronik und Technik ging.
Auf die Frage, ob sie es sich vorstellen könnte, als Politikerin nicht nur für Berlin sondern für ganz Deutschland zu arbeiten, z.B. im Bundestag, reagiert sie zögerlich: “Berlin ist ganz anders als Deutschland und ich bin gern in Berlin”.

Neben ihrer parlamentarischen Arbeit studiert sie Kultur und Technik mit Schwerpunkt Philosophie an der Humboldt Universität.
“Viel Denken und viel Schreiben” beinhaltet ihr Studium, meint sie.
Und Privat?
Wenn Zeit bleibt, trifft sie gerne Freunde und schaut Serien (z.B. Game of Thrones) wie jeder Jugendliche. Aber sie erzählt auch, dass es manchmal schwierig ist, die Politik loszulassen. “Wenn ich bei einer Ampel warte und es lange dauert, dann fange ich an zu denken, warum ist das so und was ich dagegen tun könnte.”

Willst du vielleicht auch Politiker/Politikerin werden – hier kommen Junes beste “Politiker/in”-Tipps:

  • Schaden kann’s nicht
  • Frage dich: Wie viel Kapazität habe ich und wie viel schaffe ich?
  • Was will ich verändern?
  • Es ist okay, um Hilfe zu bitten
  • Lass dich nicht unterdrücken!!! (gilt besonders für junge Leute)
  • Sei überzeugt von dem, was du tust
  • Sei flexibel
  • Rede darüber, was und warum du etwas machst

 

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