Sara Kjellbergs Bacheloraufsatz: Worin unterscheiden sich Übersetzungen?

February 9th, 2018 by besserwisser

Sara Kjellberg hat sich in ihrem Aufsatz mit Übersetzungen beschäftigt und untersucht, wie sich schwedische und deutsche Ausdrucksweisen unterscheiden. Dazu hat sie sich spezifisch die Ausdrücke im so genannten Vorfeld angeschaut, d.h. die Satzglieder, die vor das finite Verb gestellt werden können. Ihr Aufsatz trägt den Titel: Das Vorfeld im Zentrum bei Übersetzungen: Welche Unterschiede sind zwischen dem Vorfeld im Schwedischen bzw. im Deutschen zu finden. 

Deutsch und Schwedisch sind sowohl genetisch als auch typologisch eng verwandt. 80 % der schwedischen Wörter sind mit dem Deutschen verwandt. Trotzdem unterscheiden sich die Präferenzen, wie Information in den Sprachen strukturiert werden. Die Unterschiede sind vor allem im Vorfeld zu finden und deshalb steht auch diese Satzposition in dieser Studie im Zentrum. Um herauszufinden, wie sich das Vorfeld im Schwedischen und Deutschen unterscheidet, sind drei Bücher verglichen worden, das deutsche Buch Die Wand (1963) von Marlen Haushofer, das schwedische Buch Isprinsessan (2003) von Camilla Läckberg und dessen deutsche Übersetzung Die Eisprinzessin schläft. Die zwei Originalbücher Die Wand und Isprinsessan wurden verglichen, um herauszufinden, welche Unterschiede es im Vorfeld zwischen den Sprachen gibt. Der zweite Teil der Studie, der sich einem Vergleich zwischen Isprinsessan und Die Eisprinzessin schläft widmet, deckt auf, ob sich der Übersetzer eher an die schwedischen oder an die deutschen Präferenzen bei der Informationsstrukturierung gehalten hat. Die Fragestellung dieser Studie ist: Welche Unterschiede sind im Vorfeld bei einem Vergleich eines schwedischen Textes mit einer deutschen Übersetzung zu finden?

Die Ergebnisse der vorliegenden Studie zeigen, dass die am häufigsten gefundenen Unterschiede zwischen Deutsch und Schwedisch darin leigen, dass Subjekte und Expletive  häufiger im Vorfeld im Schwedischen zu finden sind, während im Deutschen Adverbiale öfter im Vorfeld vorkommen. Dies war auch deutlich beim Vergleich der Bücher Isprinsessan und Die Eisprinzessin schläft. Wenn das Vorfeld im schwedischen Text mit einem Subjekt gefüllt wurde, ließ sich oft ein Adverbial im Übersetzungstext finden, entweder ein Raum-, Zeit- oder Modaladverbial. Meine Arbeit zeigt, dass sich in der deutschen und schwedischen Sprache unterschiedliche Präferenzen herausgebildet haben, wie Information strukturiert wird.

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